Die eigene Work-Life Balance verbessern? Geht das denn überhaupt? Die Antwort darauf ist kurz und knapp – JA!

Egal ob Körper, Fahrrad fahren oder balancieren – all das funktioniert am besten in genau einem Zustand: Gleichgewicht. Vor allem betrifft das auch das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben – auch als Work-Life Balance bezeichnet.

Obwohl diese Bezeichnung andeutet, dass Leben und Arbeit zwei verschiedene Dinge sind (was sie nicht sind), ist es sehr sinnvoll auf ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben zu achten.

Eine gute Work-Life Balance ist für viele eine Herausforderung. Aus diesem Grund geben wir euch in diesem Artikel 6 Tipps an die Hand, um eure Work-Life Balance zu verbessern und euer Leben so in einem angenehmen Gleichgewicht zu halten.

Auch wenn manche der nun folgenden Tipps selbstverständlich erscheinen, sind sie es nicht. Nutzt sie zukünftig für eine gesunde Ausgeglichenheit in eurem Leben.

In between goals is a thing called life. That has to be lived and enjoyed.

Sid Caesar

1. Ziehe klare Grenzen

Technologie sei Dank wird es in der heutigen Zeit immer einfacher die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen zu lassen: der ein oder andere verbringt einen nicht unerheblichen Teil seiner Arbeitszeit damit persönliche Nachrichten zu versenden oder den Newsfeed von Facebook, Instagram und Co zu checken.

Andererseits: Zählen wir die Zeit zusammen, die wir abseits unserer Arbeit dafür aufwenden E-Mails oder Nachrichten zu beantworten, käme bei manchen ebenfalls eine stattliche Menge an Zeit heraus.

Dies führt schnell dazu, das die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen. Dadurch bekommen wir leicht Schuldgefühle und fühlen uns gestresst. Kurz gesagt: Unsere Work-Life Balance wird in Mitleidenschaft gezogen.

Um dem entgegenzuwirken und eure Work-Life Balance zu verbessern, entscheide dich bewusst dazu deinen Tag strikt in Arbeitszeit und Freizeit einzuteilen.

Konzentriert euch während der Arbeitszeit vollständig auch die Arbeit und haltet euch an euren Zeitplan. Sorgt dafür, dass ihr euer Tagespensum erledigt, sodass ihr sorglos in die Freizeit starten könnt und nach Arbeitsschluss nicht mehr gebraucht werdet.

Seid nach der Arbeit zu 100% in der Freizeit und gönnt es euch sie ungestört zu genießen. So werdet ihr viel fokussierter und produktiver arbeiten und könnt euch anschließend mit gutem Gewissen in deine Freizeit stürzen.

Klare Grenzen ziehen

2. Plane Zeit für dich ein

Arbeit ist ein wichtiger Teil eures Lebens, aber nicht das ganze Leben. Deswegen solltet ihr auch den anderen wichtigen Teil eures Lebens eine entsprechend hohe Priorität einräumen, damit eure Work-Life Balance mit sich im Reinen ist. Wenn ihr euren Wochenplan festlegt, plant euch Zeit mit Familie und Freunden ein und schafft euch Zeitfenster, in denen ihr euren Hobbys nachgehen könnt.

Ihr gebt somit nicht nur dafür eurem Privatleben genügend Raum zu geben. Nein, ihr habt so Zusätzlich auch noch etwas, auf das ihr euch während der Arbeit freuen könnt. Somit wird auch ein Anreiz geschaffen die Arbeit effizient zu erledigen, damit ihr eure Verabredungen und Pläne nicht absagen müsst.

Me Time

3. Sorge dafür, dass du deine Arbeit magst

Ihr verabscheut eure Arbeit? Dann wird es sehr schwierig sein die Work Life Balance zu halten. Natürlich müsst ihr nicht jeden einzelnen Teil eurer Arbeit leidenschaftlich lieben. Aber wenn es euch jeden Morgen nach dem Aufstehen schon vor dem Arbeitstag graut, dann leidet eure Work Life Balance zweifellos darunter.

Raubt euch eure Arbeit die Kräfte und verursacht sie ein ungutes Gefühl in der Magengegend, läuft also etwas schief. Dann kann es sein, dass ihr euch in einer für euch schädlichen Arbeitsumgebung befindet.

Vielleicht haben eure Arbeitskollegen oder Vorgesetzten einen spürbar negativen Einfluss auf euch. Oder ihr geht einer Arbeit nach, die euch überhaupt nicht entspricht. Ist dies der Fall, wäre eine Lösung dafür sich nach einem neuen Job umzusehen.

Love your Job

4. Klinke dich aus

Wir leben in einer digitalisierten Welt, in der wir immer erreichbar sein können. Immer erreichbar zu sein versetzt uns wiederum in einen Zustand der ständigen Bereitschaft.

Während die ständige Erreichbarkeit viele Vorteile hat, ist es in diesem Zustand umso schwerer die Aufmerksamkeit einfach einmal nur euch selbst zu schenken.

Warum ist das so? Naja, theoretisch könnte ja jeden Moment die nächste Nachricht, Benachrichtigung oder Anruf eintrudeln. Immer erreichbar zu sein kann so verhindern, dass andere Dinge, die wichtiger sind an die Oberfläche kommen können.

Daher macht es Sinn euch von Zeit zu Zeit von eurer Arbeit und allem anderen auszuklinken.

Das können kleine Auszeiten sein wie 15 Minuten spazieren gehen oder ein – zwei Stunden Sport zu machen und sich so richtig auszupowern, ohne auf das Handy zu schauen. Manche Menschen erleben es wiederum als große Erholung und Bereicherung mit ausgeschaltetem Hand 10 Minuten am Tag zu meditieren. Vielleicht möchtet ihr auch einmal einen halben freien Tag einfach nur im Grünen verbringen und nichts tun.

Solche Dinge helfen euch deutlich dabei Abstand zu nehmen, runter zu kommen und eure körperlichen und mentalen Akkus wieder aufzuladen. Und wer weiß? Vielleicht kommt euch ja während einer solchen Auszeit einmal die zündende Idee, auf die ihr so lange gewartet habt.

Ausgleich

5. Bewegt euch

Die Menschheit hat sich in der afrikanischen Savanne entwickelt und nicht im Großraumbüro. Uns dem heutigen Durchschnittslebensstil entsprechend wenig zu bewegen entspricht somit nicht unserer körperlichen und psychischen Veranlagung.

Eine solche körperliche Unterforderung kann so Müdigkeit und Antriebslosigkeit nach sich ziehen und unsere Work-Life Balance untergraben. Umgekehrt bringt uns ein angemessenes Maß an Bewegung erst zu unserer optimalen Leistungsfähigkeit.

Und auch wenn es schwierig sein kann eine Sporteinheit oder einen Gang ins Fitnessstudio in die vollgepackte Arbeitswoche einzubauen: die positiven Effekte auf euer Energielevel, eure Konzentrationsfähigkeit, Stimmung, Gesundheit und Schlafqualität holen es vielfach wieder raus.

Eine regelmäßige Bewegungseinheit ist also sehr zu empfehlen. Macht dabei über die Woche verteilt lieber mehrere kurze Einheiten, anstatt eine lange. Also z.B. lieber dreimal pro Woche zwanzig Minuten joggen als einmal pro Woche eine Stunde lang laufen zu gehen.

Bewegung

6. Schaffe dir ein tägliches Mini-Glücksritual

Vorfreude und Dankbarkeit sind zwei gewaltige Unterstützer einer gesunden Work-Life Balance. Deswegen ist es sehr sinnvoll diese beiden Unterstützer zu unterstützen. Und wie?

Nun, zuerst einmal ist euer Gehirn ein Gewohnheitstier. All das was es regelmäßig macht, macht es gut. Diese Tatsache könnt ihr euch zu Nutze machen, um die beflügelnden Gefühle von Vorfreude und Dankbarkeit um einiges öfter und weitaus intensiver wahrzunehmen.

Dazu könnt ihr euch einer Übung bedienen, die man in der Psychologie „Glückstagebuch“ nennt. Jeden Morgen nehmt ihr euch zwei Minuten und schreibt euch drei Dinge auf, auf die ihr euch heute an diesem Tag freut. Und das können ruhig kleine Dinge sein, wie z.B. „heute treffe ich mich mit einem guten Freund“, „heute arbeite ich mit einem sympathischen Mitarbeiter zusammen“ oder einfach nur „heute scheint die Sonne und ich freue mich darauf den blauen Himmel zu sehen“.

Abends beim Zubettgehen könnt ihr euch dann drei Dinge aufschreiben, für die du an diesem Tag dankbar bist. Und auch hier können es winzig kleine Dinge sein. Unsere Emotionen folgen nämlich unserer Aufmerksamkeit und so kann selbst eine „Kleinigkeit“ uns schon merkliche Glücksgefühle bescheren. Das können Erlebnisse sein wie „Ich habe heute produktiv gearbeitet“, „Ich hatte ein nettes Gespräch mit einem Mitarbeiter“ oder „Die Bewegung heute hat richtig gut getan“.

Für den ein oder anderen mag es überflüssig erscheinen derartige Dinge kurz aufzuschreiben. Vielleicht nach dem Motto „Ich weiß ja, dass ich mich heute mit einem guten Freund treffe. Wieso soll mich das Aufschreiben glücklicher machen?“ Allerdings sind es nur zu wissen und es bewusst mittels Aufschreiben vor Augen zu führen zwei Paar Schuhe. Denn wie psychologische Studien belegen, bewirkt ein solches Glückstagebuch eine kontinuierliche Steigerung eures Wohlbefindens und somit auch eine verbesserte Work-Life Balance.

Glückstagebuch

Resümee

Kurz gesagt, zielen praktisch alle von uns genannten Ratschläge darauf ab, dass ihr euch um euch selbst kümmert und eure Work-Life Balance bewusst gestaltet. Es ist nämlich oft leicht uns dazu verleiten zu lassen mehr zu arbeiten und uns so selbst zu vernachlässigen. Oder unsere Arbeit schleifen zu lassen, aber deswegen insgeheim ein schlechtes Gewissen zu haben. Dabei sind es oft kleine Veränderungen in unserem Alltag, die eine große Wirkung haben.

Mit vielen dieser kleinen Veränderungen schafft ihr in eurer Work-Life Balance eine Win-Win-Situation. Ausgleich in eurem Privatleben macht euch zufriedener, was sich positiv auf eure körperliche und psychische Gesundheit und so auch auf eure Arbeitsleistung auswirkt. Ausgleich in eurem Arbeitsleben lässt euch wiederum eure Freizeit mehr genießen.

Ob ihr euren Tag strikt in Arbeitszeit und Freizeit einteilt, ob ihr euch regelmäßig von allem ausklinkt oder ihr kurze Bewegungseinheiten in euren Alltag einbaut: all diese Dinge kosten vergleichsweise wenig Zeit verglichen mit ihrem spürbar positiven Effekt auf dein Leben.

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